Stop The Cyborgs – Maschinensturm oder legitime Kritik?

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Unter dem Label „Stop the Cyborgs – Fighting the algorithmic future one bit at a time“ versammelt sich im Netz eine kritische Initiative gegen die Nutzung von Google Glass und anderen „network enabled wearable headmounted displays with cameras and audio“ im öffentlichen Raum. Während auf der Website eine bewusste Einschränkung des Geltungsbereichs der Kritik vorgenommen wird – „Despite what some people think we are not Neo-Luddites. We love technology, we love Google“ – kommen die Warnzeichen und die Metaphorik doch recht fundamental daher. Man sorgt sich um das jederzeit mögliche (heimliche) Aufnehmen von Bild und Ton und die Zentralität der Datenspeicherung auf Google-Servern.

Mich würde interessieren, was die Mitglieder der AG von Stop the Cyborgs halten. Sieht so eine zeitgemäße „Datenkritik“ aus? Gibt es Regulierungsbedarf für den Bereich Wearable Computing? Sollte der Gesetzgeber hier proaktiv tätig werden und einen verbindlichen Rechtsrahmen schaffen?

Einigermaßen originell ist jedenfalls der Vorschlag des niederländischen Bloggers Peter van Lenth, der Sergej Brin dazu auffordert, eine Woche lang von Google Glass-Nutzern observiert zu werden. Die Daten sollten dann alle im Anschluss im Internet zugänglich sein. Als Herausforderung formuliert, soll der Appell bewusst machen, wie weit dieToleranz tatsächlich reicht, wenn man sich in allzeitiger Beobachtung wähnt. Ob Brin die Herausforderung annehmen wird, ist bislang noch nicht bekannt.

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2 Gedanken zu „Stop The Cyborgs – Maschinensturm oder legitime Kritik?

  1. „More generally we want people to realize that computer systems are not politically or socially neutral.“ schreiben die Anti-Cyborgs auf der Website. Das ist schon datenkritisch, finde ich (und auch gar nicht altmodisch). Die Umkehrung der CCTV-Markierungen finde ich sogar ziemlich witzig und nötig, ehrlicherweise.

    Die Tragweite von Google Glass insgesamt lässt sich für mich noch nicht absehen – bleibt es ein Geektool oder wird es zur Massenware? Ziemlich prognostizierbar ist aber der öffentliche Wirbel: Sobald Google-Dienste stark mit Sichtbarkeit und Ortsbindung arbeiten, ist wie bei Street View die Alarmbereitschaft hoch. „Cyborgiger“ als ein Smartphone ist es aber definitiv nicht, auch wenn die Verwandtschaft zu militärischen Head-Up-Displays ziemlich offensichtlich ist.

    Was es offenbar sehr schnell gibt, ist eine Art medienontologischer Verdacht gegenüber den sozialen Praktiken: Die Kameras werden von User XY zu Dauerbeobachtung und Profiling genutzt werden. Da wäre ich mir im Gegensatz zu Stop the Cyborgs aber gar nicht mal so sicher.

    Die datenschützerischen Forderungen kann ich hingegen weitestgehend unterschreiben. Ein Großteil davon ist aber in D vermutlich schon rechtlich abgedeckt oder per Analogieschluss auf den neuen Apparat anwendbar. Wie es mit der Rechtsdurchsetzung dann ausschaut, steht wie üblich auf einem anderen Blatt.

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