Quantified Cow – Verdatung der Landwirtschaft

Wie die Zeit berichtet, beliefert die Telekom deutsche Bauernhöfe mit Brunstmeldesystemen. Um die optimale Besamung von Milchkühen ganzjährig sicherzustellen, sind größere Betriebe offenbar zunehmend auf solche Lösungen angewiesen, die identifizieren können, wann ein Tier paarungsbereit ist. Dann kann just-in-time die Lieferung von Bullensperma erfolgen, bevor sich das Fruchtbarkeitsfenster wieder schließt.

Die Technik besteht aus einem „Halsband mit eingebautem Beschleunigungssensor und einem kleinen Funksender“, das die Bewegungsdaten der Kühe erfasst und über ein sog. Heatphone an das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom weiterleitet. Hier erfolgt die Auswertung in einem Rechenzentrum. Kühe in der Cloud. Menschliche Vermittlung ist nicht erforderlich, die Cow-to-Machine-Communication funktioniert vollautomatisiert.

Interessant sind darüber hinaus die Perspektiven, die der Artikel aufwirft. Warum bei der Überwachung und Meldung von Paarungsbereitschaft stehenbleiben? Weitere Sensoren (die schon am Markt erhältlich sind) könnten den Prozess der Kalbung beobachten oder (in den Mägen frisch geborener Kälber platziert) anstehende Krankheiten früher erkennen.

Sinn der umfassenden Verdatung der Landwirtschaft ist natürlich die wirtschaftliche Optimierung. Nicht tragende Kühe sind ein Verlustgeschäft, das mit 150 € pro Zyklus zu Buche schlägt. Damit die Basis der globalen Milchwirtschaft eine Cash Cow bleibt, ist sie bei steigender Größe der Betriebe zunehmend auf digitale Unterstützung angewiesen.

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