Protokoll zum AG-Treffen in Lüneburg, 4. Oktober 2013

AG Daten und Netzwerke
GfM-Jahrestagung „Medien der Wissenschaften“
Leuphana-Universität Lüneburg
Raum C 12.006
4.10.2013
9.30-11.30 Uhr

Anwesend: Dietmar Kammerer (Marburg), Sebastian Gießmann (Siegen), Timo Kaerlein (Paderborn), Marcus Burkhardt (Lüneburg), Seline Hippe (Ludwigshafen/Lüneburg), Florian Sprenger (Lüneburg),  Andreas Weich, Julius Othmer (Paderborn), Christian Köhler (Paderborn), Irina Kaldrack (Basel/Lüneburg(, Matthias Koch (Paderborn), Eric Buhse (Marburg), Hektor Haarkötter (München MHMK, HMKW Köln), Ulf Otto (Hildesheim), Rámon Reichert (Wien), Sven Stollfuß (Mannheim), Theo Röhle (Braunschweig), Oliver Leistert (Paderborn), Axel Volmar (Siegen), Mary Shnaien (Bochum), Annalena Klapdor (Bochum), Katja Grashöfer (Bochum)

TOP 1 Übersicht der Mitglieder
Mittlerweile hat die Arbeitsgemeinschaft 50 Mitglieder (Stand nach der GfM-Tagung).

TOP 2 Wahl einer Sprecherin
Dietmar Kammerer schlägt Irina Kaldrack vor. Es gibt keine weiteren Vorschläge.
Irina Kaldrack wird einstimmig gewählt.

TOP 3 Berichte
a) Workshop „Was ist Datenkritik?“ in Köln, 26.-27. Juli 2013

Das Format des Workshops — ausgeschriebene Texte vorab zirkulieren lassen und dann diskutieren — wird allgemein gelobt. Verbesserungsvorschläge werden hinsichtlich dem etwas gedrängten Programm und mehr Möglichkeiten zum sozialen Beisammensein geäußert. Der Wunsch, digitale Themen stärker interdisziplinär zu bearbeiten, kam am Ende des Workshops auf. Die geplante medienaktivistische und datenpraktische Vorstellung von „Offenes Köln“ konnte leider wegen einer Absage nicht stattfinden. Erinnert wird an den schwierigen Spagat zwischen spezieller Fachdiskussion und allgemeinverständlichem Diskurs. Als weitergehende Herausforderung, die im Workshop bereits deutlich geworden ist, wird das Verhältnis von digitalen Methoden vs. klassisch geisteswissenschaftliche/medienwissenschaftliche Vorgehensweisen eingeschätzt. Der Datenkritik-Workshop ließ insgesamt eine Präferenz für bisherige medienwissenschaftlich etablierte Methoden erkennen.

b) Publikation Sammelband Big Data
Ein von Rámon Reichert herausgegebener Sammelband zu Big Data erscheint im nächsten Frühjahr bei transcript.

TOP 4 Finanzen
Julius Othmer erklärt sich bereit, den Posten des Finanzverantwortlichen zu übernehmen. Er wird einstimmig von der AG gewählt.

Sebastian Gießmann erklärt die verteilte Finanzierung des Kölner Workshops. Es ist auch bei folgenden Workshops ratsam, das GfM-Budget von 500 Euro/zwei Jahre für die Versorgung einzusetzen und über universitäre Kooperationen andere Posten (Plakat, evtl. Reisekosten) abzudecken.

Ausgaben für Köln: 178,16 Euro. Davon sind 68,78 Euro durch den kommissarischen Getränkekauf zurück erstattet worden.

Eric Buhse berichtet vom avisierten Webhosting-Angebot der GfM, mit dem einmalig 500 Euro für die AGs bereitgestellt werden.

TOP 5 Diskussionspapier Digital Humanities
Die AG diskutiert das von Sebastian Gießmann vorgelegte Diskussionspapier lang und intensiv. Besonders problematisiert wird dabei die eigene Haltung zum Thema Digital Humanities und das forschende und wissenschaftspolitische Selbstverständnis der AG. Die Bandbreite der Statements ließ dabei keine Einigung zu. Tendenzen der Diskussion waren:

a) Das Papier dient der internen Verständigung und soll dann via GfM-Strategiekommission in den Vorstand eingespeist werden. In der Medienbildungs-AG hat deren aktuelles Positionspapier einen zweijährigen Vorlauf mit dem Hintergrund der Lehrerausbildung gehabt.
b) Digital Humanities können auf historisierender/einordnender Ebene Gegenstand der Medienwissenschaft sein, aber hinsichtlich des eigenen Einsatzes digitaler Methoden besteht Diskussionsbedarf.
c) Das Papier sollte kollaborativ per Etherpad diskutiert werden. {Dies ist mittlerweile auf https://pad.foebud.org/agdn eingeleitet.) Dazu gehört auch eine Verständigung über die Adressaten.
d) Der Handlungsbedarf wird unterschiedlich eingeschätzt. Teils sind Förderprogramme auf EU-Ebene mittlerweile an DH gekoppelt. Gerade aufgrund dieser forschungspolitischen Situation sollte die AG mitbestimmen, was DH in Zukunft sein soll.

TOP 6 Veranstaltungsplanung
Aus der Diskussion entwickelt sich die Präferenz, die inhaltliche und historische Dimension von Digital Humanities auf dem nächsten AG-Workshop zu verhandeln und zur nächsten Jahrestagung wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Als Ort wird Lüneburg vereinbart, als Modus wiederum ein Readerworkshop mit präzirkulierten Texten der TeilnehmerInnen, als Zeitpunkt der Juni 2014 avisiert. Marcus Burkhardt, Theo Röhle und Rámon Reichert sind Teil der Organisation.

Für den nächsten Workshop ist zudem über Theo Röhle eine Zusammenarbeit mit Bielefeld (Passold/Wiener) und dem Hamburger Hans-Bredow-Institut (ob des gemeinsamen Interesse in Sachen Code Studies) angefacht.

Von Christoph Engemann kommt über Twitter-Direktnachricht der Vorschlag, zur nächsten GfM-Tagung ein AG-Panel zu Geheimdiensten und Netzwerkanalyse einzureichen. Dietmar Kammerer bietet an, das Panel zu koordinieren. Diese Vorschläge finden allgemein große Zustimmung.

Zum Thema Geheimdienste entwickelt sich wiederum eine kontroverse Diskussion zur politischen und organisatorischen Grundhaltung der AG, auch gegenüber Akteuren wie der NSA. Die meisten Mitglieder sehen wie Mischung von wissenschaftlich-inhaltlicher Arbeit und politischer Positionierung als Spannungsfeld. Viele Wortmeldungen plädieren dafür, über inhaltliche Kompetenz Ansprechpartner für die Öffentlichkeit zu sein.

TOP 7 Publikationsplanung
Die überarbeiteten Beiträge des Datenkritik-Workshops werden als Ausgabe 2 (2013) voraussichtlich noch dieses Jahr dank der freundlichen Hilfe von Stephan Packard (Freiburg) auf medialekontrolle.de publiziert. Marcus Burckhardt und Sebastian Gießmann fungieren dabei als Gastherausgeber.

Rámon Reichert berichtet kurz, dass der transcript-Verlag hohes Interesse an einem deutschsprachigen Jahrbuch zur digitalen Gesellschaft hat. Die AG soll hier eine wichtige Rolle spielen und wird über die laufenden Gespräche informiert.

TOP 8 Kooperationen
Dietmar Kammerer lädt unter Bezug auf TOP 6 ein, Mitglied des Surveillance Studies Network zu werden.

TOP 9 Verschiedenes
Für die nächste GfM-Jahrestagung wirft Markus Burckhardt angesichts des Lüneburger Programms noch einmal die Frage auf, wie sich thematisch verwandte AG-Treffen und Panels organisatorisch in Übereinkunft bringen lassen.

Protokoll: Sebastian Gießmann/Irina Kaldrack

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