Florian Püschel: Big Data und die Rückkehr des Positivismus. Zum gesellschaftlichen Umgang mit Daten

In order to develop some sort of provisional Data Critique, it seems necessary to identify the central concerns and issues that such an approach would have to cover. Looking at various stereotypes about „data“ in the public discourse, it becomes clear that a positivist tendency exists that obscures the real causes of the social problems associated with new data technologies. Given the increasing societal impact of Big Data applications, it is also necessary to develop a better vocabulary for describing the different ways in which data is handled. This article proposes that the vocabulary of Niklas Luhmann’s systems theory provides a useful conceptual basis for differentiating between the various ways in which data is recontextualized.

(Paper – in German | Discussion)

Florian Sprenger: Die Kontingenz des Gegebenen. Zur Zeit der Datenkritik

Critique becomes risky when it is implicit. In a historical perspective and following the etymological roots, the paper conceptualizes different modes of critique and makes their epistemological foundations explicit. The idea of a critique of data was for the first time presented by Agentur Bilwet and Frank Hartmann in the 1990s. Following these traces, the article explores how Michel Foucaults genealogical model of critique can be applied to the objects of data-critique. Consequently, it asks how critique itself can be accomplished by data, how we can judge on the given, and finally, what all this means for media studies.

(Paper – in German | Discussion)

„Was ist Datenkritik?“ – Ausgabe 3.1 / 2014 von „Mediale Kontrolle unter Beobachtung“

Die Beiträge unseres ersten Workshops „Was ist Datenkritik?“ sind veröffentlicht worden! Wir dokumentieren hier das Inhaltsverzeichnis – die Links führen direkt auf die Plattform „Mediale Kontrolle unter Beobachtung„. Als Herausgeber fungierten Marcus Burkhardt und Sebastian Gießmann.

Sebastian Gießmann und Marcus Burkhardt:
Was ist Datenkritik? Zur Einführung (Volltext|Diskussion)

Florian Sprenger:
Die Kontingenz des Gegebenen.
Zur Zeit der Datenkritik
(Volltext|Diskussion)

Florian Püschel:
Big Data und die Rückkehr des Positivismus.
Zum gesellschaftlichen Umgang mit Daten
(Volltext|Diskussion)

Irina Kaldrack und Christian Köhler:
Das Datenhandeln –
Zur Wissensordnung und Praxeologie des Online-Handels
(Volltext|Diskussion)

Annika Richterich:
Google Trends:
Using and Promoting Search Volume Indicators for Research
(Volltext|Diskussion)

Johannes Paßmann und Carolin Gerlitz:
‚Good‘ platform-political reasons for ‚bad‘ platform-data.
Zur sozio-technischen Geschichte der Plattformaktivitäten
Fav, Retweet und Like (Volltext|Diskussion)

Valentin Dander:
Von der ‚Macht der Daten‘ zur ‚Gemachtheit von Daten‘.
Praktische Datenkritik als Gegenstand der Medienpädagogik
(Volltext|Diskussion)

Alle Beiträge dieser Ausgabe sind unter CC-BY-SA veröffentlicht.

Die Herausgeber danken allen Autorinnen, Autoren und Mitdiskutierenden des Workshops, ohne die diese Veröffentlichung nicht möglich gewesen wäre. Stephan Packard sei herzlich für seine Bereitschaft gedankt, die Artikel auf der Freiburger Plattform Mediale Kontrolle unter Beobachtung zu publizieren. Die Gesellschaft für Medienwissenschaft, die AG Medien der Kooperation (Siegen) und das Hybrid Publishing Lab (Lüneburg) haben das Projekt finanziell unterstützt, wofür wir ebenfalls herzlich danken. Das Lektorat der Beiträge haben Die Lektorinnen Dr. Alke Dohrmann und Dr. Katrin Schöne mit viel Feingefühl für die Anforderungen einer Online-Publikation besorgt.

Das Editorial Board der Medialen Kontrolle unter Beobachtung dankt den Herausgebern und allen Beiträgerinnen und Beiträger sehr herzlich. Wir danken ebenso Helga Göhring-Schneider und Paula Szedlak für die sorgfältige Unterstützung der Endredaktion.

Craig Dalton und Jim Thatcher zu „critical data studies“

Die datenkritischen Wortmeldungen werden lauter: Auch die Geografie setzt sich als großdatenverarbeitende Disziplin mit ihren neuesten Medienpraktiken auseinander, wie man am Craig Daltons und Jim Thatchers bei „Society and Space“ erfolgter Intervention erlesen kann. What does a critical data studies look like, and why do we care? Seven points for a critical approach to ‘big data’ benennt die Agenda nach einem siebenfachen Anlauf wie folgt:

  • „What historical conditions lead to the realization of ‘big data’ such as it is? (Barnes and Wilson, forthcoming; Dalton 2013)
  • Who controls ‘big data,’ its production and its analysis? What motives and imperatives drive their work? (Thatcher 2014)
  • Who are the subjects of ‘big data’ and what knowledges are they producing? (Haklay 2012)
  • How is ‘big data’ actually applied in the production of spaces, places and landscapes? (Kitchin and Dodge 2011)
  • What is to be done with ‘big data’ and what other kinds of knowledges could it help produce? (Shah 2014)“

Unsere eigenen Beiträge zum Thema erscheinen dieser Tage auf medialekontrolle.de und sind stärker entlang von Medienpraktiken gelagert: Die Obsession hinsichtlich großer Daten, die die Geografen sichtlich plagt, ist für die Medienwissenschaft schon jetzt weniger idée fixe denn kultur- und sozialwissenschaftlicher Gegenstand.

„Big Data and Society“ – kleine Spekulation über eine neue Zeitschrift

Der Big-Data-Hype bringt mittlerweile nicht mehr nur kritische publizistische Wortmeldungen zutage, sondern führt auch zur Gründung neuer wissenschaftlicher Journals. Gerade im Fall von „Big Data and Society“ dürfte es spannend werden, welchen Tonfall das Editorial Team und die Herausgeberin Evelyn Ruppert vom Londoner Goldsmiths College anschlägt. Weiterlesen

Call for Papers zum Workshop „Big Data und Gesellschaft: interdisziplinäre Analysen“

Im BMBF-Wissenschaftsjahr 2014 „Die digitale Gesellschaft“ steht die 44. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik unter dem Motto „Big Data – Komplexität meistern“. Die Tagung findet vom 22. bis 26. September 2014 (Montag – Freitag) auf dem Campus der Uni­versität Stuttgart statt. In diesem Rahmen wird der Workshop „Big Data und Gesellschaft: interdisziplinäre Analysen“ dem Austausch über BIG DATA Anwendungen, Methoden und Konzepten Raum geben. In Vorträgen sollen die Auswirkung auf Forschung, Industrie und Gesellschaft beleuchtet werden. Weiterlesen

Wie man Datenkritik betreibt. Kleiner Workshopbericht zum Weiterschreiben

Mit dem ersten Workshop »Was ist Datenkritik?«, der in Zusammenarbeit mit der Siegener AG »Medien der Kooperation« am 26. und 27. Juli 2013 an der Universität Köln stattfand, hat die AG zeitnah und erfolgreich den aktuellen Diskurs um ›Big Data‹, das Soziale der ›Sozialen Medien‹ und auch die politisch brennenden Fragen im Kontext einer allgemeinen »liquid surveillance« (Baumann/Lyon 2012) aufgenommen. Zugleich ging es in dem von Marcus Burkhardt (Lüneburg), Sebastian Gießmann (Siegen) und Stefan Udelhofen (Köln) inhaltlich und organisatorisch vorbereiteten Workshop um die Konturen eines medienkulturwissenschaftlichen Umgangs mit analogen und vor allem digitalen Daten. Weiterlesen

Literatur zur Datenkritik

Nachdem unser erster Workshop in Köln – trotz aller Hitze – jede Menge neue Gedanken auf den Weg gebracht hat, geht es nun auch an’s weitere Sammeln von Literatur. Ich habe dazu auf Vorschlag von Theo Röhle hin das AG-Etherpad reaktiviert. Unter https://pad.foebud.org/agdn könnt Ihr Eure Literatur- und Materialhinweise zur Datenkritik direkt mit hinzufügen. Meine Referenzen aus der Einführung habe ich schon einmal, ergänzt um Kate Crawford und danah boyd, mit aufgearbeitet.

Bitte schreibt doch über den August die Euch wichtigen Angaben mit einem kleinen Kommentar in [Klammern] hinzu. Sobald sich die Liste dann einmal gefüllt hat, stricken wir einen Blogbeitrag daraus. Mittelfristig kann man dann auch über eine kollaborative Literaturverwaltung nachdenken … Viel Spaß beim Jagen und Sammeln!

 

 

Einleitung zum Workshop „Was ist Datenkritik?“ (Update)

Hier war der Livestream zu „Was ist Datenkritik?“ zu sehen. Wir haben die Einleitung von Marcus Burkhardt und Sebastian Gießmann mit einem minimalistischen technischen Setup gestreamt – danach ging es dann offline in medias res. Die AG Daten und Netzwerke ist nach wie vor gespannt auf Ihre Interventionen! Gerne hier in den Kommentaren oder auf Twitter mit dem Hashtag #AGDN. Wir freuen uns auf Reaktionen zu unserem ersten Workshop! Das Programm finden Sie hier.

Das Streamvideo beginnt bei Minute 1 … und die inhaltliche Einführung ab Minute 6:30.

Was ist Datenkritik? Workshop in Köln, 26./27. Juli 2013 (Update)

Daten, Daten, nichts als Daten? Diese Frage ist Symptom einer sich wandelnden Medienkultur in der scheinbar Nichts und Niemand der Verdatung entrinnen kann und in der alles Wissen in den Daten zu liegen scheint. Gerade deshalb bedarf es einer kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit Datenpraktiken.

Am 26. und 27. Juli 2013 findet daher der erste Workshop der AG Daten und Netzwerke der Gesellschaft für Medienwissenschaft zum Thema „Was ist Datenkritik?“ statt. Bis Ende Mai sind vielfältige und facettenreiche Themenvorschläge bei uns eingegangen. Mittlerweile ist das Programm komplett. Wir freuen uns auf ein breites Spektrum von Beiträgen, die von grundlegenden Auseinandersetzungen mit Daten und Kritik über das Verhältnis von Daten zu Algorithmen bis hin zu Open Data und Data Literacy reichen. Das aktuell vieldiskutierte Phänomen Big Data wird sich dabei wie ein roter Faden durch den Workshop ziehen und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.

Was ist Datenkritik? Workshop in Köln, 26. und 27. Juli 2013

Da die Workshopbeiträge vorab unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zirkuliert werden, bitten wir um eine formlose Anmeldung für den Workshop via Email an post@sebastiangiessmann.de und marcus.burkhardt@inkubator.leuphana.de.

Update 20.6.: Leider können Till Heilmann und Valentin Dander nicht teilnehmen. Wir freuen dafür sehr, dass Marian Steinbach als Open-Data-Experte Teil des Workshops sein wird!

Freitag, 26. Juli 2013
Universität Köln, Seminargebäude (Universitätsstraße 37), Raum S11

14:00

Entré, Vorstellung etc.

14:30

Sebastian Gießmann und Marcus Burkhardt: Einleitung

Datenkritik und Datenpraxis

15:00

Florian Sprenger: Zeit der Kritik

16:00

Yuk Hui: Data, Objects and Interobjectivity

17:00

Irina Kaldrack und Christian Köhler: Daten handeln. Zur Wissensordnung und Praxeologie des E-Commerce

18:00

Get together und Abendessen

Samstag, 27. Juli 2013
Universität Köln, Hauptgebäude (Albertus-Magnus-Platz), Alter Senatssaal

Die großen Versprechen großer Daten

10:30

Florian Püschel: Big Data und die Rückkehr des Positivismus. Zur Datengläubigkeit der Informationsgesellschaft

11:30

Markus Dirr: Big Data – Herstellung von Relevanz durch SocialMedia insbesondere durch SocialCuration und SocialCollaboration

12:30

Mittagessen

Algorithmen, Echtzeitanalysen und Data Literacy

14:00

Annika Richterich: Google Trends und Echtzeitanalysen. Zur Verwertbarkeit von Suchmaschinen-generierten Big Data

15:00

Johannes Paßmann: Datenkritik als praxeologische Kompositionskritik

16:00

Marian Steinbach: Offenes Köln

17:00

Zusammenfassung, Agenda, Ausklang

Ein Workshop der AG „Daten und Netzwerke“ in Zusammenarbeit mit der AG „Medien der Kooperation“ (Universität Siegen)