Johannes Paßmann und Carolin Gerlitz: ‚Good‘ platform-political reasons for ‚bad‘ platform-data. Zur sozio-technischen Geschichte der Plattformaktivitäten Fav, Retweet und Like

In this article, we explore the relation between platform activities and their usage practices. Taking departure from predefined activities offered by social media platforms, this paper inquires into what may happen if platform features cater to opposing user practices. The paper investigates whether the data they produce can be considered as ‘bad’ platform data, just as Harold Garfinkel conceptualized ‘bad’ clinical records, and does so by engaging with the socio-technical history of Facebook’s Like and Twitter’s retweet and favourite button and their associated cultures of usage.
In a first step, we question popular bottom-up narratives that present platform features as appropriations of emergent user practices, such as in the case of the retweet button. In a second step, we draw on ethnographic research on the German Favstar sphere – a group of popular Twitter amateurs with specific cooperation practices – to trace the divergent and at points even contradictory user practices in the case of the favourite button. In both cases, the politics of data visibility are of central importance, and a third group of actors appears besides the platform and its users, which recombines existing platform data into new contexts according to specific practices of usage for features. Such ‘satellite platforms’, we argue, can provide ‘good’ platform-political reasons for platform activities to produce ‘bad’ data.
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„Was ist Datenkritik?“ – Ausgabe 3.1 / 2014 von „Mediale Kontrolle unter Beobachtung“

Die Beiträge unseres ersten Workshops „Was ist Datenkritik?“ sind veröffentlicht worden! Wir dokumentieren hier das Inhaltsverzeichnis – die Links führen direkt auf die Plattform „Mediale Kontrolle unter Beobachtung„. Als Herausgeber fungierten Marcus Burkhardt und Sebastian Gießmann.

Sebastian Gießmann und Marcus Burkhardt:
Was ist Datenkritik? Zur Einführung (Volltext|Diskussion)

Florian Sprenger:
Die Kontingenz des Gegebenen.
Zur Zeit der Datenkritik
(Volltext|Diskussion)

Florian Püschel:
Big Data und die Rückkehr des Positivismus.
Zum gesellschaftlichen Umgang mit Daten
(Volltext|Diskussion)

Irina Kaldrack und Christian Köhler:
Das Datenhandeln –
Zur Wissensordnung und Praxeologie des Online-Handels
(Volltext|Diskussion)

Annika Richterich:
Google Trends:
Using and Promoting Search Volume Indicators for Research
(Volltext|Diskussion)

Johannes Paßmann und Carolin Gerlitz:
‚Good‘ platform-political reasons for ‚bad‘ platform-data.
Zur sozio-technischen Geschichte der Plattformaktivitäten
Fav, Retweet und Like (Volltext|Diskussion)

Valentin Dander:
Von der ‚Macht der Daten‘ zur ‚Gemachtheit von Daten‘.
Praktische Datenkritik als Gegenstand der Medienpädagogik
(Volltext|Diskussion)

Alle Beiträge dieser Ausgabe sind unter CC-BY-SA veröffentlicht.

Die Herausgeber danken allen Autorinnen, Autoren und Mitdiskutierenden des Workshops, ohne die diese Veröffentlichung nicht möglich gewesen wäre. Stephan Packard sei herzlich für seine Bereitschaft gedankt, die Artikel auf der Freiburger Plattform Mediale Kontrolle unter Beobachtung zu publizieren. Die Gesellschaft für Medienwissenschaft, die AG Medien der Kooperation (Siegen) und das Hybrid Publishing Lab (Lüneburg) haben das Projekt finanziell unterstützt, wofür wir ebenfalls herzlich danken. Das Lektorat der Beiträge haben Die Lektorinnen Dr. Alke Dohrmann und Dr. Katrin Schöne mit viel Feingefühl für die Anforderungen einer Online-Publikation besorgt.

Das Editorial Board der Medialen Kontrolle unter Beobachtung dankt den Herausgebern und allen Beiträgerinnen und Beiträger sehr herzlich. Wir danken ebenso Helga Göhring-Schneider und Paula Szedlak für die sorgfältige Unterstützung der Endredaktion.

mobile media: ←making↑cooperation↓work→ Siegen, 19. bis 21. Juni 2014

Die diesjährige internationale Jahrestagung des DFG-Graduiertenkollegs ‚Locating Media‘ widmete sich dem Phänomenbereich der mobilen Medien, der die interdisziplinäre Medienforschung vor neue Herausforderungen stellt. Ausgangspunkt war dabei die Beobachtung, dass die Differenz von „Online-Gehen“ und „Online-Sein“ gerade durch digital-vernetzte Medienpraktiken fragwürdig geworden ist: Wenn Medien immer kleinteiliger, beweglicher, fluider und „smarter“ werden, und gleichzeitig Teil von großen Infrastrukturen und alltäglichen Praktiken des Infrastrukturierens bleiben, wie lassen sie sich empirisch erforschen und medienanalytisch beschreiben? Weiterlesen

„Mobile Media. Making Cooperation Work“ – Siegen, 19.-21. Juni 2014

Mobile Medien: Kein anderer Phänomenbereich hat so unmerklich und doch fundamental Arbeits- und Lebensweisen verändert und die Medienwissenschaft vor neue Herausforderungen gestellt. Gegenstände vernetzen sich und werden smarter, Infrastrukturen werden sichtbarer und Medien immer kleinteiliger, beweglicher und fluider. Weiterlesen

Taktiken der Ermüdung – „einbruch der dunkelheit“ in Berlin

Die Kulturstiftung des Bundes hat in Zusammenarbeit mit der Berliner Gazette an der Berliner Volksbühne am 25. und 26. Januar eine Konferenz mit dem Titel „einbruch der dunkelheit – Theorie und Praxis der Selbstermächtigung in Zeiten digitaler Kontrolle“ veranstaltet. Einige der Beiträge und zusätzliche Interviews mit Beteiligten können auf dctp.tv angesehen werden. Als dringliche Fragen wurden adressiert:

Wie sehen politisch emanzipatorische Gegenstrategien zu den Kontrollmechanismen der Sicherheitsgesellschaft aus? Bedarf es einer stärkeren demokratischen Kontrolle von Schutzräumen? Ist das Verlangen nach Privatheit lediglich regressiver Eskapismus oder kann es tatsächlich in die Freiheit führen? Wie sind neue Formen von Privatheit mit digital gestützten Praktiken politischer Partizipation vereinbar? Was sollte man als Bürger tun? (Auszug aus der Tagungsbroschüre)

Weiterlesen

Wie man Datenkritik betreibt. Kleiner Workshopbericht zum Weiterschreiben

Mit dem ersten Workshop »Was ist Datenkritik?«, der in Zusammenarbeit mit der Siegener AG »Medien der Kooperation« am 26. und 27. Juli 2013 an der Universität Köln stattfand, hat die AG zeitnah und erfolgreich den aktuellen Diskurs um ›Big Data‹, das Soziale der ›Sozialen Medien‹ und auch die politisch brennenden Fragen im Kontext einer allgemeinen »liquid surveillance« (Baumann/Lyon 2012) aufgenommen. Zugleich ging es in dem von Marcus Burkhardt (Lüneburg), Sebastian Gießmann (Siegen) und Stefan Udelhofen (Köln) inhaltlich und organisatorisch vorbereiteten Workshop um die Konturen eines medienkulturwissenschaftlichen Umgangs mit analogen und vor allem digitalen Daten. Weiterlesen

Einleitung zum Workshop „Was ist Datenkritik?“ (Update)

Hier war der Livestream zu „Was ist Datenkritik?“ zu sehen. Wir haben die Einleitung von Marcus Burkhardt und Sebastian Gießmann mit einem minimalistischen technischen Setup gestreamt – danach ging es dann offline in medias res. Die AG Daten und Netzwerke ist nach wie vor gespannt auf Ihre Interventionen! Gerne hier in den Kommentaren oder auf Twitter mit dem Hashtag #AGDN. Wir freuen uns auf Reaktionen zu unserem ersten Workshop! Das Programm finden Sie hier.

Das Streamvideo beginnt bei Minute 1 … und die inhaltliche Einführung ab Minute 6:30.

Was ist Datenkritik? Workshop in Köln, 26./27. Juli 2013 (Update)

Daten, Daten, nichts als Daten? Diese Frage ist Symptom einer sich wandelnden Medienkultur in der scheinbar Nichts und Niemand der Verdatung entrinnen kann und in der alles Wissen in den Daten zu liegen scheint. Gerade deshalb bedarf es einer kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit Datenpraktiken.

Am 26. und 27. Juli 2013 findet daher der erste Workshop der AG Daten und Netzwerke der Gesellschaft für Medienwissenschaft zum Thema „Was ist Datenkritik?“ statt. Bis Ende Mai sind vielfältige und facettenreiche Themenvorschläge bei uns eingegangen. Mittlerweile ist das Programm komplett. Wir freuen uns auf ein breites Spektrum von Beiträgen, die von grundlegenden Auseinandersetzungen mit Daten und Kritik über das Verhältnis von Daten zu Algorithmen bis hin zu Open Data und Data Literacy reichen. Das aktuell vieldiskutierte Phänomen Big Data wird sich dabei wie ein roter Faden durch den Workshop ziehen und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.

Was ist Datenkritik? Workshop in Köln, 26. und 27. Juli 2013

Da die Workshopbeiträge vorab unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zirkuliert werden, bitten wir um eine formlose Anmeldung für den Workshop via Email an post@sebastiangiessmann.de und marcus.burkhardt@inkubator.leuphana.de.

Update 20.6.: Leider können Till Heilmann und Valentin Dander nicht teilnehmen. Wir freuen dafür sehr, dass Marian Steinbach als Open-Data-Experte Teil des Workshops sein wird!

Freitag, 26. Juli 2013
Universität Köln, Seminargebäude (Universitätsstraße 37), Raum S11

14:00

Entré, Vorstellung etc.

14:30

Sebastian Gießmann und Marcus Burkhardt: Einleitung

Datenkritik und Datenpraxis

15:00

Florian Sprenger: Zeit der Kritik

16:00

Yuk Hui: Data, Objects and Interobjectivity

17:00

Irina Kaldrack und Christian Köhler: Daten handeln. Zur Wissensordnung und Praxeologie des E-Commerce

18:00

Get together und Abendessen

Samstag, 27. Juli 2013
Universität Köln, Hauptgebäude (Albertus-Magnus-Platz), Alter Senatssaal

Die großen Versprechen großer Daten

10:30

Florian Püschel: Big Data und die Rückkehr des Positivismus. Zur Datengläubigkeit der Informationsgesellschaft

11:30

Markus Dirr: Big Data – Herstellung von Relevanz durch SocialMedia insbesondere durch SocialCuration und SocialCollaboration

12:30

Mittagessen

Algorithmen, Echtzeitanalysen und Data Literacy

14:00

Annika Richterich: Google Trends und Echtzeitanalysen. Zur Verwertbarkeit von Suchmaschinen-generierten Big Data

15:00

Johannes Paßmann: Datenkritik als praxeologische Kompositionskritik

16:00

Marian Steinbach: Offenes Köln

17:00

Zusammenfassung, Agenda, Ausklang

Ein Workshop der AG „Daten und Netzwerke“ in Zusammenarbeit mit der AG „Medien der Kooperation“ (Universität Siegen)

CFP – Compromised Data? New Paradigms in Social Media Theory and Methods

October 28 and 29, 2013 – Ryerson University. Organizers: Greg Elmer (Ryerson University), Ganaele Langlois (U. of Ontario Institute of Technology), & Joanna Redden (Ryerson University)

Proposals for papers (750-1000 words) are due August 1st, 2013. Decisions will be communicated by August 15. Partial funding for travel and hotel expenses will be available for this event. Please direct questions and proposals to Greg Elmer, Bell Globemedia Research Chair and Director, Infoscape Centre for the Study of Social Media, Ryerson University <gelmer@ryerson.ca>.

Confirmed speakers: Jean Burgess (Queensland University of Technology), Axel Bruns (Queensland University of Technology), Daniel Paré (U. of Ottawa), Mary Francoli (Carleton U.), Anatoliy Gruzd (Dalhousie U.)

There has been a data rush in the past decade – one brought about by the ubiquity of online communication, social media in particular (Facebook, Twitter, Youtube, etc.), and by the adoption within the Social Science and Humanities of analytical software-based tools. Such practices, tools, and data sets seemingly promise a new digital enlightenment, where social roles, patterns of communication, political and economic debates and controversies are thrown open to the public, researchers, and users. Yet, scholarly and public research into social media is notoriously difficult because of the proprietary nature of most social media platforms and the consequent difficulty of extracting data from these platforms. Furthermore, data mining and analysis raise crucial issues concerning about the ethics of social media research. Finally, the digital research paradigm itself is not without limitations: can all aspects of life, including emotions and affective ties be translated into data without losing something essential about the fluidity of social life and the complexity of communication? Weiterlesen